Prompting
Der Prompt ist das Herzstück deines Agenten. Er gibt der KI ihr gesamtes Verhalten mit: wie sie klingt, wie das Gespräch abläuft und wie sie auf Einwände reagiert. Hier steckt das mit Abstand größte Optimierungspotenzial - deshalb lohnt es sich, ihn wirklich zu verstehen.
Denk in einem Baumdiagramm
Abschnitt betitelt „Denk in einem Baumdiagramm“Stell dir den Gesprächsablauf wie ein Baumdiagramm vor:
- Wie startet das Gespräch?
- Was passiert, wenn die Person Ja sagt?
- Was passiert bei Nein?
- Wie kommt es zum Abschluss bzw. Termin?
Die KI folgt diesem Leitfaden - je klarer die Verzweigungen, desto zuverlässiger das Gespräch.
Die 8 Bausteine eines Prompts
Abschnitt betitelt „Die 8 Bausteine eines Prompts“Ein bewährter Prompt ist immer nach demselben Muster aufgebaut:
- Identität - In welche Rolle schlüpft die KI? Team, Unternehmen, Aufgabe. Stell dir vor, du onboardest einen neuen Mitarbeiter: Er muss wissen, wer er ist und für wen er arbeitet.
- Gesprächsziel - Was soll erreicht werden? (Interesse reaktivieren, Termin buchen, qualifizieren.)
- Variablen - Welche Felder stehen zur Personalisierung bereit? (Anrede, Nachname, Firma.)
- Kontext - Firmeninfos, Ablauf der Zusammenarbeit, Produktdetails.
- Terminbuchungsregeln - z.B. Online- vs. Telefontermin, wie Vorschläge gemacht werden.
- Gesprächsablauf - Einstieg, Verzweigungen, Weg zum Abschluss.
- Einwände - Wie reagiert die KI auf „zu teuer“, „kein Interesse“, „keine Zeit“?
- Schwierige Aussprachen - Wie soll die KI bestimmte Wörter aussprechen? (Siehe unten.)
So schreibst du einen großartigen Prompt
Abschnitt betitelt „So schreibst du einen großartigen Prompt“Der Unterschied zwischen einem mittelmäßigen und einem großartigen Prompt ist selten die Länge - es ist die Konkretheit. Sechs Gegenüberstellungen aus der Praxis:
1. Rolle: vage vs. konkret
Abschnitt betitelt „1. Rolle: vage vs. konkret“| ❌ Schwach | ✅ Stark |
|---|---|
| „Du bist ein freundlicher Vertriebsassistent.“ | „Du heißt Sophie und arbeitest im Team von Herrn Berger bei der Muster GmbH. Du rufst Menschen an, die sich vor einigen Monaten für eine Wärmepumpe interessiert haben. Dein Ziel ist es, ihr Interesse zu prüfen und einen Rückruf durch Herrn Berger zu vereinbaren.“ |
Warum: Die KI kann nur spielen, was sie weiß. Rolle, Firma, Anlass und Ziel gehören in die ersten Zeilen.
2. Gesprächsablauf: Fließtext vs. Verzweigungen
Abschnitt betitelt „2. Gesprächsablauf: Fließtext vs. Verzweigungen“| ❌ Schwach | ✅ Stark |
|---|---|
| „Frag nach dem Interesse und buche dann einen Termin.“ | „Frage: ‚Ist das Thema bei Ihnen noch aktuell?’ → Bei Ja: nach dem Zeitraum fragen, dann Termin vorschlagen. → Bei Vielleicht: kurz den Nutzen nennen, dann erneut auf den Termin führen. → Bei Nein: höflich bedanken, Gespräch beenden, keine weiteren Versuche.“ |
Warum: Ohne Verzweigungen improvisiert die KI - und improvisiert bei jedem Anruf anders.
3. Einwände: allgemein vs. wörtlich
Abschnitt betitelt „3. Einwände: allgemein vs. wörtlich“| ❌ Schwach | ✅ Stark |
|---|---|
| „Gehe professionell mit Einwänden um.“ | „Einwand ‚keine Zeit’: ‚Das verstehe ich, ich halte es kurz - zwei Sätze, dann entscheiden Sie.‘ Einwand ‚zu teuer’: ‚Nachvollziehbar. Genau deshalb schauen wir im Gespräch zuerst, ob sich das für Sie überhaupt rechnet.’“ |
Warum: Steht ein Einwand nicht im Prompt, kann die KI ihn nicht kennen. Formuliere die Antwort so, wie du sie am Telefon sagen würdest.
4. Sprache: geschrieben vs. gesprochen
Abschnitt betitelt „4. Sprache: geschrieben vs. gesprochen“| ❌ Schwach | ✅ Stark |
|---|---|
| „Ich würde Ihnen gerne die Möglichkeit anbieten, ein unverbindliches Beratungsgespräch zu vereinbaren.“ | „Passt es Ihnen kurz nächste Woche - Dienstag oder Donnerstag?“ |
Warum: Am Telefon zählt gesprochene Sprache. Schachtelsätze klingen vorgelesen und erhöhen die Abbruchrate.
5. Terminvorschläge: Slot-Liste vs. maximal drei
Abschnitt betitelt „5. Terminvorschläge: Slot-Liste vs. maximal drei“| ❌ Schwach | ✅ Stark |
|---|---|
| „Nenne die verfügbaren Termine.“ | „Frage zuerst, ob vormittags oder nachmittags besser passt. Schlage danach genau drei Termine vor. Erst wenn keiner passt, nenne drei weitere.“ |
Warum: Eine vorgelesene Slot-Liste überfordert - drei Optionen führen zuverlässig zur Entscheidung.
6. KI-Offenlegung: erster Satz vs. später
Abschnitt betitelt „6. KI-Offenlegung: erster Satz vs. später“| ❌ Schwach | ✅ Stark |
|---|---|
| „Guten Tag, ich bin ein KI-Telefonassistent von der Muster GmbH …“ | Startnachricht ohne Hinweis, danach im zweiten oder dritten Satz: „Kurze Info noch am Rande: Ich bin der digitale Helfer von Herrn Berger.“ |
Warum: Der KI-Hinweis direkt im ersten Satz erhöht die Abbruchrate deutlich. Später im Gespräch, wenn schon etwas Vertrauen da ist, stört er kaum.
Feste Regeln, die sich bewährt haben
Abschnitt betitelt „Feste Regeln, die sich bewährt haben“- Maximal 3 Terminvorschläge - nie die komplette Slot-Liste vorlesen.
- Kurze Startnachricht - direkt zum Punkt, kein KI-Hinweis im ersten Satz.
- Dialoge in natürlich gesprochener Sprache formulieren, nicht wie geschriebenen Text.
- Wichtiges nach oben - ein Sprachmodell gewichtet Anfang und Ende stärker als die Mitte. Wird etwas nicht berücksichtigt, schieb es weiter nach vorn.
- Ein Ziel pro Agent - nicht qualifizieren, verkaufen und Termine buchen in einem Prompt. Lieber pro Use Case ein eigener Agent.
Aussprache & schwierige Wörter
Abschnitt betitelt „Aussprache & schwierige Wörter“Manchmal spricht die KI einen Firmennamen, ein Produkt oder einen Fachbegriff noch nicht richtig aus. Das korrigierst du im Prompt-Baustein schwierige Aussprachen - am einfachsten mit einer lautschriftlichen Umschreibung, also so, wie man es hört:
# Aussprache- "SalesFrank" wird ausgesprochen wie "Sails-Frank".- "{Produktname}" wird ausgesprochen wie "{lautschriftlich}".- "cal.com" wird ausgesprochen wie "kal Punkt kom".- Hör zuerst hin: Testanruf machen und notieren, welche Wörter falsch klingen.
- Schreib es, wie man es spricht: nicht die korrekte Schreibweise, sondern die Lautung (z.B. „Twilio“ → „Twillio“).
- Zahlen und Kürzel: auch Telefonnummern, Uhrzeiten oder Abkürzungen kannst du hier ausschreiben.
- Iterativ nachbessern: taucht im echten Betrieb ein neues Wort auf, ergänze es einfach.
So gehst du in der Praxis vor
Abschnitt betitelt „So gehst du in der Praxis vor“Es gibt kein „One Size Fits All“. Der Weg ist immer Trial and Error:
- Mit einer Vorlage oder über den KI-Prompt-Agenten starten - er schreibt dir den kompletten Prompt auf Basis deines Skripts oder anhand von Fragen.
- Testanrufe machen und beobachten, was funktioniert.
- Prompt anpassen - manuell oder per KI-Prompt-Editor, der auf Basis gemeldeter Anrufe Verbesserungen vorschlägt.
- Live gehen, aus echten Gesprächen lernen, wiederholen.

